10 Tipps für euren Krankenhausaufenthalt mit Kind (Teil 2)

Heute kommen nun meine weiteren 5 Tipps zum Thema Krankenhausaufenthalt mit Kindern. Die Resonanz auf die ersten 5 Tipps war sehr gut und es freut mich wenn der Artikel euch weitergeholfen hat.

6. Begleitperson

Auf diesen Punkt hat mich die liebe Claudia von Kapitän Knickohr gebracht und er ist extrem wichtig. Wenn euer Kind stationär aufgenommen wird, könnt ihr als Begleitperson mit im Krankenhaus bleiben. Falls ihr arbeiten geht, meldet es eurem Arbeitgeber frühzeitig und der Krankenkasse müsst ihr dann eine Bescheinigung vom Krankenhaus vorlegen. Begleitpersonen können allerdings nur bei Aufenthalt auf der normalen Station dabei sein. Auf der Intensivstation ist das nicht erlaubt. In unserem Krankenhaus gibt es hier aber wenigstens sehr gute und lange Besuchszeiten.

7. Schlafen im Krankenhaus

Gerade die kleineren Kinder liegen häufig zu dritt auf dem Zimmer. Wenn dann noch bei jedem Kind eine Person als Begleitung dabei ist wird es eng. Da ist es verständlich, dass die Begleitpersonen nicht direkt neben den Kindern die Betten aufstellen können. Das sind meistens Klappbetten. Es muss gewährleistet sein, dass das Krankenhauspersonal bei einem Notfall oder während der Nacht zur Versorgung jederzeit an euer Kind kommen kann. Nun war es bei uns leider schon immer so, dass Knödel nur ganz dicht bei mir einschläft und auch schläft. Gerade in dieser ungewohnten Umgebung war ihr das extrem wichtig. Verständlicherweise. Da aber die Kabel, die an Knödel angeschlossen waren, nicht bis zum Bett reichten wurde es meistens eine anstrengende Nacht. Wenn also mehrere Personen auf dem Zimmer liegen ist es nicht anders möglich. Wir hatten aber auch schon ein großes Zimmer in dem wir nur mit einem weiteren Kind lagen. Auch wenn es überall angeschrieben steht, dass es nicht geht, fragt im Interesse eurer Kinder nach, ob ihr das Bett an ihres schieben könnt. Mir hat es noch niemand verweigert. Und diese Nächte waren deutlich besser. Im anderen Fall habe ich nämlich Nächtelang sitzend an ihrem Bett geschlafen. Wenn das Bett direkt am Kinderbett steht sind die Kabel lang genug, um euer Kind mit in euer Bett zu nehmen. Natürlich nur, wenn es körperlich dazu in der Lage ist.

8. Beikosteinführung im Krankenhaus

Es kam auch schon vor, dass wir stationär mussten und wir befanden uns mitten in der Beikosteinführung. Das stellte sich aber als wirklich geringstes Problem heraus. Im Gegenteil, unsere Knödel freute sich über die Gläschenkost und verschlang den abendlichen Keksbrei so dass sie nach ihrem Aufenthalt meistens eher zugenommen hatte. Da durfte es auch gerne mal ein Keksbreinachschlag sein. Als sie dann älter wurde und am Tisch mit aß, habe ich ihr etwas aus der Menüauswahl bestellt, was leicht zu kauen oder drücken war. Das musste nicht unbedingt das Kindermenü sein. Den Rest habe ich dann gegessen und so hatte sich auch der Gang zur Kantine erledigt. Gerade wenn es um die Nahrungsaufnahme der kleinen Patienten geht, sind Schwestern und Pfleger sehr hilfsbereit, denn es wollen ja alle, dass es den Kleinen gut geht. Und schaut euch mal auf dem Gang der Station um. Da gibt es oft Wagen mit Getränken und Obst für die Patienten. Da könnt ihr euch zwischendurch was für euer Kind wegnehmen.

9. Geborgenheit im Krankenhaus

Ein schwieriges Thema. Erfahrungsgemäß sind die Kleinen sehr durcheinander durch die neue Umgebung. Sie haben Angst vor den vielen neuen Personen um sie herum und leider müssen sie ja auch Dinge über sich ergehen lassen, die sie wirklich aus der Bahn werfen können. Deshalb ist hier Geborgenheit wichtiger denn je. Wenn es irgendwie möglich ist, kuschelt ganz viel mit ihnen. Am Anfang hat man noch sehr viel Respekt vor den ganzen Kabeln und Zugängen aber es ist wichtig diese Angst davor zu überwinden. Für eure Kinder. Ich weiß, es kostet viel Kraft und bei mir sind einige Tränen geflossen als ich sie so verkabelt und traurig auf den Arm genommen habe. Aber um unseren Kindern zu zeigen, dass wir immer da sind, auch in diesen schwierigen Zeiten, müssen wir uns überwinden. Und am Ende tat es so gut sie im Arm zu halten, denn nicht nur wir geben in diesem Moment sondern wir bekommen auch so viel. Je nachdem ob es die Situation erlaubte, hatte ich Knödel sogar im Tragetuch. Ihr seht also, es ist einiges möglich – selbst unter diesen schweren Bedingungen. Ihr müsst oft nur nachfragen und um Hilfe bitten.

10. Rituale

Wenn eines für Kinder wichtig ist um sich sicher zu fühlen, sind es Rituale. Diese im Alltag zelebrierten Rituale werden mit einem Krankenhausaufenthalt natürlich gestört. Aber nicht gänzlich. Es fängt schon bei der Medikamentengabe an. Wenn ihr regelmäßig zu bestimmten Zeiten Medikamente gebt, führt das auch im Krankenhaus so weiter. Keiner wird etwas dagegen sagen, die Schwestern und Pfleger müssen nur euren Medikamentenplan wissen. Dann geht das reibungslos. Versucht, die Pflege der Kinder zu übernehmen. Ich weiß, am Anfang ist das wegen der ganzen Kabel und Zugänge nicht einfach. Aber ihr habt Zeit. Lasst es euch ganz in Ruhe erklären, holt euch Hilfe. Eure Kinder werden das so sehr zu schätzen wissen. Sie spüren in diesem Moment die gewohnte Nähe und Vertrautheit und wenn wir das irgendwann ohne Angst übernehmen können gibt es ihnen einfach Sicherheit. Ich habe unsere Kleine im Krankenhaus auch zum Mittagsschlaf zur gewohnten Zeit hingelegt. Klar, war das wegen der Untersuchungen nicht immer möglich, aber ich habe es versucht. Auch Abends lagen wir zur gewohnten Zeit im Bett selbst wenn andere Kinder noch wach waren. Ich habe immer versucht so viele Rituale wie möglich beizubehalten. Wenn die Kinder für kurze Zeit vom Monitor genommen werden können, könnt ihr auch nach einem Kinderwagen fragen und auf dem Gang spazieren fahren. Das geht auch während der Messung der Sauerstoffsättigung.

Ich hoffe, dass euch meine Tipps geholfen haben. Sollte das Thema bei euch aktuell sein und ihr wollt mir persönlich Fragen dazu stellen, könnt ihr euch gerne melden.

Eure Sonja

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Claudia sagt:

    Is das bei euch echt so, dass die Betten der Eltern und Kinder nicht nebeneinander stehen? Das schockiert mich, bei uns is das zum Glück möglich gewesen. Es war zwar sehr sehr eng im Zimmer, aber wir schlafen immer in einem Bett, anders kann der Mini Kapitän auch nicht schlafen. Und glücklicherweise konnte ich auf der Intensivstation auch bei ihm sein. Die Nacht war hart genug, er hat nur bei mir aufm Arm geschlafen. Es scheint aber von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich zu sein. Also immer nachhaken!
    Geborgenheit und Rituale sind immens wichtig, einfach um den Kleinen Sicherheit zu geben. Ich kann Sonja nur bestätigen und danke sagen für den tollen Artikel 🙂
    LG Claudia (Kapitän Knickohr)

    Gefällt 1 Person

    1. Sonja sagt:

      Liebe Claudia, vielen lieben Dank für Deinen Kommentar. Solche Dinge sind gut zu wissen und zeigen mal wieder, dass es von Krankenhaus zu Krankenhaus variiert. Alles Gute weiterhin für euch! Liebe Grüße Sonja

      Gefällt 1 Person

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