Wie schütze ich mein Kind? – Sensibilisieren ohne Angst zu machen – Ein Interview mit dem Buchautor Steffen Meltzer inkl. Verlosung seines Buches

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In meinem heutigen Beitrag gehe ich mal auf ein etwas heikles und schwieriges Thema ein.

Wie schütze ich mein Kind vor Gewalttaten?

Diese Frage stelle ich mir persönlich bereits seit der Geburt unserer ersten Tochter. In den ersten Lebensjahren ist man, was dieses Thema angeht, jedoch noch sicher, da ohnehin jederzeit jemand an der Seite unserer Kinder ist.

Mit zunehmendem Alter der Kinder rückt dieses Thema jedoch in den Fokus. Bei uns zu Hause integrieren wir es bereits seit längerem in den Alltag. Doch wie macht man das? Für mich war von Anfang an wichtig, dass ich mein Kind für dieses Thema sensibilisiere aber keine Angst mache. Mitunter habe ich jedoch festgestellt, dass dies eine Gradwanderung ist. Von Freunden wurde mir bereits vor längerem das Buch „So schützen Sie ihr Kind“ von Steffen Meltzer empfohlen. Und ich muss sagen, nachdem ich das Buch nun gelesen habe, finde ich die dort beschriebenen Ansätze ganz wunderbar und vor allem in der Praxis sehr gut zu integrieren. Herr Meltzer beschreibt in einfachen aber präzisen Worten Verhaltensrichtlinien, die Eltern ihren Kindern vermitteln können. Was mich beim Durchlesen sehr beeindruckt hat war, dass in seinem Ratgeber nochmal unter anderen Aspekten extrem deutlich wird, wie wichtig eine Bindungsorientierte Erziehung für Kinder ist. Das Thema hat mich nicht losgelassen und deshalb habe ich ihn um ein Interview gebeten. Seine Antworten enthalten ein paar sehr interessante Gedankenanstöße für uns Eltern.

Herr Meltzer, stellen Sie sich doch bitte kurz vor für den Fall, dass meine Leser Sie noch nicht kennen.

Ich bin Steffen Meltzer, Polizeibeamter und entstamme einer Familie mit Polizisten in drei Generationen. Ich habe zwei Töchter und zwei Enkel. Als Polizist konnte ich Erfahrungen sammeln, u.a. als zertifizierter Einsatztrainer und 15 Jahre im verhaltensorientierten Tätigkeitsbereich der Erwachsenenfortbildung in der Polizei. Ich bin inzwischen seit knapp drei Jahren in der polizeilichen Prävention, Schwerpunkte Anti-Gewalttraining und Drogenaufklärung unterwegs.

Worüber handelt ihr Buch und wie ist die Idee entstanden einen solchen Ratgeber zu schreiben?

Nach meinem ersten Buch (Ratgeber Gefahrenabwehr – Wie Sie Gewaltkriminalität in der Gesellschaft begegnen, Ibidem-Verlag 2015) gab es für mich mehrere Anlässe, dieses Buch zu schreiben. In Potsdam und Berlin wurden zwei vier- und sechsjährige Kinder durch einen Täter sexuell missbraucht und anschließend getötet. Diese waren im Vorfeld mit diesem arglos mitgegangen. Außerdem habe ich deutlich den Bedarf durch Kindergärten und Grundschulen gespürt, Kindern beizubringen, wie sie sich in Gefahrensituationen verhalten sollen. Das Buch habe ich absichtlich einfach und verständlich geschrieben. Als Trainer weiß ich, nur einfache Handlungsstrategien sind in Gefahrensituationen abruf- und umsetzbar. Den Inhalt des Buches können Eltern, Lehrer und Erzieher gemeinsam mit den Kindern spielerisch, sogar mit Spaßfaktor leicht umsetzen. Darin enthalten ist auch ein Selbsttest mit Auswertung, um zu verstehen, wo man bei dieser Problematik steht.

Wann sollten Eltern Ihrer Meinung nach damit beginnen, mit ihren Kindern ein solches Training durchzuführen?

Wichtig ist, den Kindern keine Angst sondern Stärke zu vermitteln. Aus der Bindungsforschung ist bekannt, je stabiler das Vertrauensverhältnis zwischen Eltern und Kind ist, desto mehr Urvertrauen kann es in sich selbst entwickeln. Diese Grundlagen werden vor allem in den ersten Lebensjahren gelegt. Ich habe im Kindergarten Kinder erlebt, die nicht mehr schreien konnten. Es war ihnen aberzogen worden. Diese Basics sind aber wichtig, wenn man auf sich aufmerksam machen will, weil beispielsweise ein Fremder ein Kind bedrängt. Intuitive, in unseren Genen angelegte Verhaltensweisen dürfen nicht unterdrückt, sondern müssen gefördert und ausgelebt werden. Dazu gehört unbedingt die Bewegungsfreude bei Kindern aktiv zu unterstützen. Wegrennen und dabei schreien kann man als „Spaßübung“ mit ernstem Hintergrund auch als Eltern üben.

Was sollten Eltern ganz besonders bedenken, wenn sie beginnen mit ihren Kindern über Gefahrensituationen zu sprechen?

Keine Angst machen. Ihren Kindern vermitteln, dass die Eltern ein sicherer Rückhalt sind und sie zu jeder Zeit mit den Eltern offen über ihre Probleme reden dürfen, ohne eine Bestrafung oder Verächtlichmachung befürchten zu müssen. Anschließend Fragen stellen, was Kinder verstanden haben, wenn man mit ihnen über das Thema spricht. Kindgerecht und Angstfrei ist das Wichtigste aus meiner Sicht. Nachbereitung nicht vergessen. Und immer wieder das Kind loben und bestärken, wenn es richtig handelt. Keine destruktive Kritik oder Tadel. Bei Kritik immer fragen, warum das Kind so gehandelt hat. Das Kind gefühlvoll dahin führen, bei „Fehlern“ eigene „richtige“ Gedanken zu entwickeln. So entsteht eine positive Entwicklung der Persönlichkeit. Unsichere Kinder werden eher Opfer.

Welche elterlichen Methoden sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig, um selbstbewusste und selbst bestimmte Kinder zu erziehen? Welche Rolle spielt hierbei eine enge Elternbindung?

Nicht zu vergessen die eigene Vorbildrolle. Zum Glück ist in Deutschland die elterliche Gewalt gegenüber ihren Kindern stark zurückgegangen, die Dunkelziffer ist jedoch immer noch hoch. Die meisten Kinder sterben durch Misshandlungen im engen sozialen Umfeld und nicht durch Fremde. Letzteres führt aber zu einem stärkeren Medienecho. Das täuscht jedoch, je jünger ein Kind ist, desto größer ist die Gefahr in manchen Familien, dass es zu Schaden kommt. Hinzu kommt auch der psychische Missbrauch in seinen verschiedensten Formen. Eine vertrauensvolle und stabile Bindung möchte ich als Grundvoraussetzung für alles Weitere bezeichnen. Kinder die dieses nicht oder unvollkommen erfahren, werden durch ein fehlendes Selbstbewusstsein eher Mobbingopfer, später im Leben Geschädigte weiterer Straftaten, neigen eher zu Drogenkonsum und „Zivilisationskrankheiten“. Es kann auch passieren, dass sie selbst zum Täter werden.

Ich spreche mit meiner Tochter häufig darüber, welche Personen fremd und welche Personen nicht fremd in ihrem Leben sind. Oft bin ich mit meiner Definition von „fremd“ sicher zu streng. Wo würden Sie eine Grenze ziehen? D.h. welche Personen sind für ein Kind „fremd“ und welche nicht?

Diese Definition überlasse ich gern den Eltern, die ihre Kinder sehr genau kennen. Kinder sind, auch im gleichen Alter, unterschiedlich entwickelt. Natürlich ist nicht jeder Fremde gefährlich, das ist keineswegs so. Es hat aber auch kein Triebtäter ein Schild umhängen. Dagegen gibt es auch Gefahren im unmittelbaren sozialen Umfeld, obwohl es sich keineswegs um „Fremde“ handelt. Gerade kleinen Kindern fehlt aber noch das Differenzierungsvermögen, dazu ist ihre Sicht auf die Dinge, durch ihre geringe Augenhöhe, begrenzt. Da heißt es aus meiner Sicht präventiv handeln. Präventiv handeln heißt für mich aber nicht, Kindern Verantwortung abzunehmen und diese beispielsweise zur Schule zu fahren. Wie man das Schritt für Schritt in die Wege leiten kann, steht in meinem Buch.

Was können wir zukünftig verbessern wenn es um die Sicherheit unserer Kinder geht? Wo sehen Sie Handlungspotential?

Das Thema darf nicht verdrängt werden, wie es mitunter zu erleben ist. Das es „da draußen“ Gefahren für Kinder gibt, ist keine subjektive Einbildung, wie mitunter gern behauptet. Leider gibt es Menschen die nichts Gutes im Schilde führen und Schwächere missbrauchen. Das Thema gehört auf den Tisch und darf nicht schön geredet werden.

Danke, Herr Meltzer.

Ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Viele Dinge baut man selbstverständlich in den Erziehungsalltag ein. Hier erfahrt ihr mehr über diese und auch andere Themen, auf die man vielleicht noch gar nicht wirklich Rücksicht genommen hat. Mich hat das Buch wirklich sehr zum Nachdenken gebracht und ich achte jetzt bewusst auf Dinge bzw. tue Dinge bewusster. Das Buch stellt in den Fokus, das Kind zu stärken ohne Angst zu generieren.

Hier ist das Buch erhältlich:

https://www.steffen-meltzer.de/produkt/so-schuetzen-sie-ihr-kind-buch/

Und das Beste kommt jetzt. Ich habe ein Exemplar für euch gekauft und möchte es nun als Dank an meine Leser verlosen. So könnt ihr teilnehmen:

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  • Liked den entsprechenden Facebook Post, Instagram Post oder diesen Blogartikel und hinterlasst auf einem der Kanäle unter dem entsprechenden Post einen eindeutigen Kommentar, dass ihr gerne teilnehmen würdet
  • Teilnahmeberechtigt sind alle aus Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind

Die Verlosung endet am 05.04.2018 um 12 Uhr. Der Gewinner wird von mir per Zufallslos gezogen und über private Nachricht informiert. Der Gewinn wird dann versandt und für euch fallen keinerlei Kosten an. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook oder Instagram und wird in keiner Weise von Facebook oder Instagram gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Und jetzt wünsche ich euch ganz viel Glück.

Eure Sonja

 

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